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Hier am Bahnhof Stockeralm begann der kleinste der drei benötigten
Bremsberge um den Anstieg zum Spitzingsattel zu bewältigen. Spaziert
man heute auf diesem Weg, sind noch Fundamentreste des Wärterhauses
zu erkennen. Dieses Wärterhaus war ständig besetzt um den Betrieb
auf dem Bremsberg zu beobachten und in Notsituationen (Kupplungsdefekt,
gerissenes Seil usw.) die Sperrschranke herunter zu lassen. Der
Bremsberg III (die Nummerierung erfolgte von oben nach unten) hatte
eine Steigung von 25,6 % und es wurde dabei ein Höhenunterschied
von 45,69 m überwunden. Bremsberge funktionierten in der
Art, dass ein beladener Wagen durch sein Eigengewicht einen leeren
Wagen nach oben zog. Zu diesem Zweck wurden die Wagen mit einem
Seil, das über eine Trommel mit Bremsvorrichtung in der Bergstation
des Bremsberges lief, verbunden. Die Führung des Seiles wurde
durch den Einbau von Zugseilrollen mit Führungsbügeln gewährleistet.
Man verhinderte auf diese Weise ein verhängendes bzw. streifendes
Seil. Die Wagen bewegten sich dadurch mit gleicher Geschwindigkeit
nach oben bzw. unten. Um diese gleichmäßige Bewegung zu erreichen
musste die Steigung der Bremsberge so konstant wie irgend möglich
gehalten werden. Dieser Anforderung gerecht zu werden, waren die
Gleise auf starken Holzbalken montiert und stabil mit dem Erdreich
verbunden.
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Zur Einsparung von Material und Arbeitsaufwand, waren
die Bremsberge nur im Begegnungsbereich der Wagen zweigleisig ausgebaut.
Auf dem restlichen Teil verliefen nur drei Schienen, wobei die mittlere
Schiene von beiden sich bewegenden Wagen genutzt wurde.
Die Betriebsvorschrift sah zudem
vor, dass nur immer ein Wagen nach oben bzw. unten abgelassen wurde.
Eine Personenbeförderung war nicht zulässig. Nach Überwindung
der Höhe des Bremsberg III verlief die Strecke fast eben am Osthang
der Brecherspitz weiter, um nach etwa 300 m den Beginn des steilsten
Bremsberges zu erreichen. Zur Überwindung des Höhenunterschiedes
von 77,56 m wies der Bremsberg II eine Steigung von 30,2 % auf.
Wie auch bei den anderen Bremsbergen befand sich oben eine Windenstation
mit steuerbarer Bremsanlage. An diesen Bremsberg schloss wieder
ein ebener Streckenabschnitt an der über ca. 350 m zum Bremsberg
I führte. Die Verschiebestrecken zwischen den Bremsbergen wurden
eben angelegt, da auf ihnen jeweils eine Benzollok der Firma Deutz
mit nur 7 PS Leistung ihren Dienst versah. Diese Lokomotiven waren
aufgrund der geringen Leistung nicht in der Lage größere Steigungen
zu überwinden. Der Bremsberg I mit einer Länge von etwa 600 m,
und damit der längste Bremsberg, überwand eine Höhendifferenz von
102,87 m bei einer Steigung von 16,7 %. Die Bergstation des Bremsberges
befand sich am höchsten Punkt der gesamten Strecke, dem Spitzingsattel
mit 1.128 m über NN.
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