"Die Neuhauser Bockerlbahn" - Lokomotiven und Trucks


Für den Betrieb auf den einzelnen Streckenabschnitten wurden insgesamt 7 Dampflokomotiven (siehe detaillierte Auflistung), 2 Benzollokomotiven, 1 Lokomobile und 170 Doppeltrucks eingesetzt. Die Dampflokomotiven waren alle Nassdampf-Lokomotiven, ein System, das besonders häufig bei Kleinlokomotiven anzutreffen war. Sie wurden mit gesättigtem, nicht überhitztem Dampf betrieben.
Alle Dampfloks waren Tenderlokomotiven, das heißt es waren Loks, die ihre Wasser- und Brennstoffvorräte auf der Lok selbst mitführten. Die Wasserkästen waren an der Seite der Lokomotive angebracht, der Kohlenkasten (der allerdings für Holz verwendet wurde) schloss das Führerhaus nach hinten ab. Diese Loks hatten in beiden Fahrtrichtungen gleiche Laufeigenschaften. Alle Dampflokomotiven waren vom Typ Bn2 bzw. Dn2. Das besagt, dass diese Zweizylinder-Nassdampfmaschinen zwei bzw. vier im Hauptrahmen gelagerte und gekuppelte Treibachsen hatten, wobei der erste Buchstabe für die Treibachsenzahl, der Kleinbuchstabe für das Dampfsystem und die Zahl für die Zylinderzahl stehen. Zur Kraftübertragung zwischen Treibachse und Radsatz dienten die Kuppelstangen. Diese Lokomotiven verfügten über zwei Kuppelradsätze, dh. zwei Radsätze wurden durch Kuppelstangen verbunden. Alle Loks waren mit einer Petroleumlampe ausgerüstet sowie mit einer Dampfsignalpfeife. Die Lokomotiven verfügten nur über einen Puffer vorne und hinten, der zugleich als Kupplung diente.

  • Liste der Dampflokomotiven

Hersteller

Baujahr

Zul. HG

Gewicht

Radzahl

Raddruck

Fabr.-Nr.

J.A. Maffei

1918

18

12

8

1,5 t

4884

J.A. Maffei

1919

18

12

8

1,5 t

4881

A. Borsig

1918

18

12

8

1,5 t

10295

Krauss & Co

1920

18

9,6

4

2,4

7656

Arnold Jung

1909

15

8

4

2,0

1451

J.A. Maffei

1920

15

7

4

1,75

4102

Hanomag

1918

15

8

4

2,0

8018

Die Benzol-Lokomotiven waren auf den Verschiebestrecken zwischen den Bremsbergen zuständig. Dies war zur damaligen Zeit außergewöhnlich und erregte in Fachkreisen Aufsehen.

Hersteller

Baujahr

Zul. HG

Gewicht

Radzahl

Raddruck

Fabr.-Nr.

Deutz

1920

5+12

4,2

6

0,7 t

3309

Deutz

1920

5+12

4,2

6

0,7 t

3310

Am Blecksteinaufzug kam eine Wolff-Heißdampflokomobile mit 35 PS zum Einsatz.
Auf der Strecke Bahnhof Neuhaus - Bremsberg III fuhr die Jung-Lokomotive zweiachsig mit 45 PS und eine Maffei-Lokomitve zweiachsig mit 35 PS. Die Strecke Spitzingsattel - Blecksteinhaus wurde von der Borsig-Lokomotive vierachsig mit 60 PS, zwei Maffei-Lokomotiven vierachsig mit 60 PS sowie der Krauss-Lokomotive zweiachsig mit 60 PS bedient. Auf der Strecke Aufzug Bleckstein - Waitzingeralm versah die Hanomag-Lokomotive zweiachsig 45 PS ihren Dienst. Da die Lokomotiven nicht über die Bremsberge zu ihren jeweiligen Einsatzorten gebracht werden konnten, mussten Sie in mühevoller und langwieriger Arbeit teilweise zerlegt, mit Pferdefuhrwerken transportiert und am Einsatzort wieder montiert werden.
Verbleib der Maschinen: Bis auf eine Ausnahme ist in den einschlägigen Listen nichts darüber verzeichnet. Die Kraus 7656/1920, Znr. XXVII cx, Bn2t, 600 mm, neu an F.X. Meiller, München gelangte nach dem Zweiten Weltkrieg in die USA und soll bei der "Big Bear" Farm in Honesdale, Pennsylvania als Lok Nr. 8 gelandet sein. Ob die Lok heute noch existiert, konnte noch nicht endgültig geklärt werden.
Restaurierter OriginaltruckUm die riesigen Holzmengen abtransportieren zu können, waren natürlich viele Wagen erforderlich. Ein Wagen bestand aus zwei Doppeltrucks, dh. er hatte vier Achsen. Insgesamt waren 170 Doppeltrucks vorhanden, was 85 Transporteinheiten ergab. Die Stämme wurden auf diesen zweiachsigen, paarweise verbunden Loren befördert. Um Werkzeuge oder kleinere Güter zu transportieren wurden Kastenloren benützt. Sie waren zwei- oder vierachsig. Die Trucks hatten ein Eigengewicht von 0,75 t und ein zulässiges Gesamtgewicht von 4,8 t.

Restaurierter Originaltruck

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