Pressemeldung


Miesbacher Merkur vom 27. Juni 2003

Jugend will das selbst geschaffene Heim erhalten

Initiative „Rettet die Kant'n" plant mehrere Aktionen

VON SOPHIE PLITZ
Neuhaus - Schon seit Wochen schwebt das Gerücht über einen Abriss der Kant'n wie ein Damoklesschwert über dem Musikcafe. Es wird gemunkelt, dass sie in naher Zukunft einem Park & Ride-Parkplatz oder auch Stellplätzen für das Wasmeier-Museum weichen muss. Zur Erhaltung der über die Grenzen des Landkreises hinaus beliebten Kleinkunstbühne hat der Verein EigenART die Initiative „Rettet die Kant'n" gestartet. Was diese tun will, wurde jetzt bei einer Pressekonferenz vorgestellt.
Nicht nur für Nachwuchskünstler, die der Verein EigenART fördert, bietet die Kant'n mit ihrer perfekten Akustik und dem unverwechselbaren Ambiente eine ideale Plattform. Damit das so bleibt, 'wollen EigenART- Pressesprecher Tobias Öller, Schriftführer Markus Reisinger, Pächter Matthias Isenmann und Wirt Peter Stockner kämpfen. Um zu wissen, wie viele Leute hinter der Kant'n stehen, bittet die Initiative um Solidaritäts-Bekundungen von Vereinen, Parteien und Privat-Personen, die per Fax unter der Nummer 0 80 25 / 99 79 33 oder per E-Mail an rettet-die-kantn@eigenart.-ev.de gesendet werden können. „Bei einem dreitägigen Festival im September werden alle, die uns unterstützen, auf einem Plakat genannt werden", sagte Öller. Einen Befürworter hat die Initiative bereits. „Die

 

CSU ist für die Kant'n", betonte die Ortsvorsitzende Anneliese Reinthaler. Auch eine Podiumsdiskussion zu „Kleinkunst oder Parkraum?" sei geplant. „Wir haben schon viele Zusagen von Politikern, die für die Kant'n sprechen wollen, aber noch keinen, der dagegen ist", sagte Tobias Oller. Am Samstag und Sonntag, 11. und 12. Juli, steige ein großes Benefiz-Festival, bei dem M-Riddem, Trick 17 und Living Daydream auftreten.
Den oft geäußerten Vorwurf über das unansehnliche Erscheinungsbild der Kant'n wollte der Pächter nicht auf sich sitzen lassen. „Wenn wir sicher wüssten, dass es die Kant'n noch ein paar Jahre gibt, investieren wir auch. Doch wir können nicht unser Geld in ein Gebäude stecken, das im nächsten Monat abgerissen wird", sagte Isenmann. Dass die Kant'n tagsüber nicht genutzt werden könne, sei nicht richtig. „Ich bin für alles offen", betonte der Wirt.
„Viele Jugendliche haben viel Geld und Energie in die Kant'n gesteckt und damit bewiesen, wie wichtig sie für sie ist", so Öller. Kein Cent an Steuergeldem stecke darin sie sei ein Symbol für Eigeninitiative. „Wir haben uns selber ein Heim geschaffen - und das wollen wir erhalten."

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